„Hallmünz“ – Vertonung des Ott-Hauses
Mo. 02.11. – Sa. 07.11.2026
Abschlusskonzerte: Sa. 07.11.2026
(11.00 Uhr / 14.00 Uhr / 16.00 Uhr)
Musiker: Albrecht Brandt, Martin Hanisch, Alexander Gotthardt, Andreas Heimberger, Berit Hüttinger, Roland Huber, Stephan Brandl, Benedikt Dreher
Das Ott-Haus in der Alten Regensburger Straße an der Naab gelegen zählt zu denältesten Gebäuden von Kallmünz. Die Räume des ehemaligen Handwerkerhauses sind geprägt von Bauweisen der letzten 400 Jahre: ein Gewölbekeller, verschieden große Räume von dicken Wänden umgeben, Steinfußböden, Holzdielen und einem freistehenden Dachstuhl mit Andreaskreuzkonstruktionen.
Das denkmalgeschützte Ott-Haus soll nach behutsamer Sanierung zu einem lebendigen Kultur- und Begegnungsort werden. Geplant sind Ateliers, Ausstellungsräume und eine Schaltzentrale für internationale Künstleraufenthalte. Träger der Initiative ist der Verein „Freunde des Ott-Hauses“ e.V. unter Leitung des Künstlers Ludwig „Wigg“ Bäuml.
Das Ott-Haus versteht sich als Dritter Raum – einen offenen Ort zwischen Kunst, Alltag und Gesellschaft. Hier treffen unterschiedliche Menschen, Erfahrungen und Ideen aufeinander. In diesem Zwischenraum entstehen neue Perspektiven, gemeinsames Lernen und künstlerische Prozesse. Das Haus ist weder ausschließlich Atelier oder Veranstaltungsort, sondern ein lebendiger Begegnungsraum für Kultur, Natur und Gemeinschaft. Im Zustand zwischen Wohnhaus, jahrelangem Leerstand und der in Zukunft bevorstehenden Nutzung herrscht eine eigenartige Atmosphäre im Ott-Haus. Die Spuren der Vergangenheit sind überall zu sehen und gleichzeitig doch schon zu ahnen, was in den Räumen entstehen wird.
Diese besondere Atmosphäre bildet den Ausgangspunkt für das Musikprojekt des halleschen Kontrabassisten Albrecht Brandt. Gemeinsam mit sieben Musikerinnen und Musikern aus Kallmünz erkundet er eine Woche lang die akustischen und räumlichen Eigenschaften des Hauses. Aus Resonanzen, Klängen und den charakteristischen Eigenheiten der Räume entsteht im gemeinsamen musikalischen Prozess eine ortsspezifische Komposition. Das abschließende Konzert, eine ortsspezifische Klangforschung macht das Ott-Haus selbst zum Resonanzkörper. Architektur, Geschichte und Musik treten in einen unmittelbaren Dialog und eröffnen dem Publikum einen neuen Zugang zu diesem bedeutenden Kulturdenkmal.
Mit diesem Projekt entsteht in Kallmünz, einem überregional bekannten Malerort in der Oberpfalz, ein innovatives Format an der Schnittstelle von Denkmal, zeitgenössischer Musik und kultureller Entwicklung im ländlichen Raum. Es verbindet historisches Erbe mit künstlerischer Gegenwart und macht das zukünftige Potenzial des Ott-Hauses bereits heute erfahrbar.
